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814.102

Beschluss
über das Abfallverbrennen im Freien

vom 20. Juni 2007


Der Staatsrat des Kantons Wallis

eingesehen die Artikel 1 Absatz 1, 11 Absatz 2 und 30c des Bundesgesetzes vom 7. Oktober1983 über den Umweltschutz (USG);
eingesehen den Artikel 26a der eidgenössischen Luftreinhalteverordnung vom 16. Dezember1985 (LRV);
eingesehen die Artikel 2, 18 und 42 des kantonalen Gesetzes betreffend die Anwendung der Bundesgesetzgebung über den Umweltschutz vom 21. Juni 1990 (GAUSG);
eingesehen die Artikel 26 bis 34 der Bundesverordnung vom 28. Februar 2001 über den Pflanzenschutz (Pflanzenschutzverordnung, PSV);
eingesehen den Artikel 6 des kantonalen Gesetzes zum Schutz gegen Feuer und Naturelemente vom 18. November 1977;
eingesehen den Artikel 2 der Verordnung betreffend Brandverhütungsmassnahmen vom 12. Dezember 2001;
auf Antrag des Departements für Verkehr, Bau und Umwelt, des Departements für Wirtschaft und Raumentwicklung und des Departements für Finanzen, Institutionen und Sicherheit,

beschliesst:

 

Art. 1 Zweck

Um die Bevölkerung und deren Gesundheit gegen die Schadstoffe zu schützen, die beim Abfallverbrennen im Freien freigesetzt werden (Feinstaub, Stickstoffoxide, flüchtige organische Verbindungen und Dioxine), zielt der vorliegende Beschluss auf eine harmonisierte und vereinfachte Anwendung der aktuellen Gesetzesgrundlagen durch die kommunalen Behörden ab, indem er den Rahmen des Verbotes des Abfallverbrennens im Freien, sowie die Modalitäten bezüglich der Erteilung von Ausnahmebewilligungen bei aussergewöhnlichen Situationen festlegt.
 

Art. 2 Grundsatz der Wiederverwertung und der Entsorgung

1 Nicht natürliche Abfälle wie Papier, Karton und Plastik, Holzrückstände, Altholz oder problematische Holzabfälle müssen wiederverwertet oder in vorgesehenen und bewilligten Einrichtungen entsorgt werden.
2 Die natürlichen Wiesen-, Reb-, Obst-, Garten- oder Waldabfälle müssen vorzugsweise wiederverwertet, zum Beispiel zu Kompost verarbeitet oder vor Ort zerkleinert werden, um ihre organischen Stoffe dem Boden zurückzugeben. Diese natürlichen Abfälle können für eine natürliche Zersetzung auch auf dem Boden belassen, in Haufen geschichtet oder verteilt, wenn sie keine Risiken für die umliegenden Kulturen darstellen.
 

Art. 3 Ausnahmen - Bedingungen

1 Keine Erlaubnis kann für das Verbrennen nicht natürlicher Abfälle im Freien erteilt werden.
2 Eine Ausnahme für natürliche Wiesen-, Reb-, Obst-, Garten- oder Waldabfällen kann ausnahmsweise für Abfälle in kleinen Mengen erteilt werden, wenn alle gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind, das heisst:
a) eine Wiederverwertung ist vernünftigerweise nicht sinnvoll (negative Umweltbilanz oder unverhältnismässige Kosten);
b) das Verbrennen findet ausserhalb der Bauzonen und in schwach besiedelten Gebieten statt;
c) die Abfälle sind genügend trocken, damit kein Rauch entsteht;
d) das Verbrennen verursacht keine Belästigung für die Nachbarschaft.
3 Vorbehalten der Bedingungen im Absatz 2 können Ausnahmebewilligungen erteilt werden, wenn der Ort mit einem Fahrzeug oder einer mobilen Zerkleinerungsmaschine nicht erreicht werden kann, um das Material vor Ort wiederzuverwerten.
4 Ausnahmebewilligungen können auch erteilt werden, um die Verbreitung von gefährlichen Organismen für die Kulturen oder für die Umwelt in folgenden konkreten Fällen zu vermeiden:
a) zwingende Massnahmen gegen die Quarantäneorganismen im Sinne der Bundesverordnung über den Pflanzenschutz;
b) Vorhandensein von anderen Krankheiten oder Schädlingen, die durch unangepasste Handhabung oder Lagerung der natürlichen Abfälle verbreitet werden können, unter Einhaltung folgender ergänzenden Bedingungen:
- eine Entsorgung der Pflanzen oder Teile betroffener Pflanzen ist vernünftigerweise nicht sinnvoll;
- das Vorhandensein von gefährlichen Organismen muss durch die zuständigen kantonalen Dienststellen für Landwirtschaft oder für Wald und Landschaft festgestellt werden;
- das Verbrennen muss während einem geeigneten Zeitraum durchgeführt werden, um die Luftverschmutzung möglichst in Grenzen zu halten;
c) Kampf gegen die eindringenden Pflanzen oder schädigende Gräser, die ein Verbreitungsrisiko beim Abtransport darstellen, wie Ambrosia, Wiesenbärenklau oder Sommerflieder.
Eine Liste der Pflanzen, die ein Verbrennen vor Ort rechtfertigen können, wird regelmäßig durch die zuständige Dienststelle für Landwirtschaft und durch die Dienststelle für Wald und Landschaft auf den neusten Stand gebracht.
5 Ausgenommen von der Bewilligungspflicht sind Feuer im öffentlichen Interesse, wie z.B. 1. August-Feuer oder Feuer zum Grillieren, unter der Bedingung, dass dafür natürliches Holz oder Holzkohle benutzt wird.
6 Ebenfalls sind Feuer erlaubt, die zu Übungszwecken von der Feuerwehr entzündet werden, vorausgesetzt, dass hierfür trockenes, natürliches Holz in angepasster Menge verwendet wird. Auch ist darauf zu achten, dass keine übermässige Rauchentwicklung verursacht wird und die Feuererwehrübungen auf einem geeigneten im Prinzip dichten Untergrund durchgeführt werden.
7 Vorbehalten bleiben die Richtlinien der Gesetzgebung über den Schutz gegen Feuer und Naturelemente.
 

Art. 4 Ausnahmen - Kompetenzen

1 Jeder Antrag zum Verbrennen von Abfällen im Freien (unter Angabe des Verbrennungsgrundes, Adresse des Eigentümers mit Parzellennummer, die Abfallmenge, sowie Ort und voraussichtliches Datum der geplanten Verbrennung) muss schriftlich bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden.
2 Die zuständige kantonale Dienststelle für Umweltschutz wird ihre Vormeinung an die betroffene Gemeinde abgeben, falls erforderlich nach Rücksprache mit der Dienststelle für Landwirtschaft sowie der Dienststelle für Wald und Landschaft.
 

Art. 5 Verstösse

1 Alle Verstösse, die von den kantonalen oder kommunalen Behörden festgestellt werden, müssen durch die zuständige kantonale Behörde gebüsst werden.
2 Die Gemeinden müssen der zuständigen kantonalen Behörde die Fälle melden, die sie feststellen.
 

Art. 6 Inkrafttreten

Dieser Beschluss tritt nach seiner Veröffentlichung im kantonalen Amtsblatt in Kraft.

So angenommen im Staatsrat zu Sitten den 20. Juni 2007.

Der Präsident des Staatsrats: Jean-Jacques Rey-Bellet
Der Staatskanzler: Henri v. Roten


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814.102

Arrêté
sur les feux de déchets en plein air

du 20 juin 2007


Le Conseil d'Etat du canton du Valais

vu les articles 1 alinéa 1, 11 alinéa 2 et 30c de la loi fédérale sur la protection de l'environnement du 7 octobre 1983 (LPE);
vu l'article 26a de l'ordonnance fédérale sur la protection de l'air du 16 décembre 1985 (OPair);
vu les articles 2, 18 et 42 de la loi cantonale concernant l'application de la législation fédérale sur la protection de l'environnement du 21 juin 1990 (LALPE);
vu les articles 26 à 34 de l'ordonnance fédérale sur la protection des végétaux du 28 février2001(OPV);
vu l'article 6 de la loi cantonale sur la protection contre l'incendie et les éléments naturels du 18 novembre 1977;
vu l'article 2 de l'ordonnance concernant les mesures préventives contre les incendies du 12 décembre 2001;
sur la proposition du Département des transports, de l'équipement et de l'environnement, du Département de l'économie et du territoire et du Département des finances, des institutions et de la sécurité,

arrête:

 

Art. 1 But

Dans l'objectif de protéger la santé de la population contre les polluants dégagés lors de l'incinération de déchets en plein air (poussières fines, oxydes d'azote, composés organiques volatils et dioxines), le présent arrêté vise à une application harmonisée et simplifiée de la part des autorités communales en précisant le cadre de l'interdiction des feux de déchets en plein air, ainsi que les modalités de l'octroi de dérogations dans des situations exceptionnelles.
 

Art. 2 Principe de la valorisation et de l'élimination

1 Les déchets non naturels tels que papier, carton et plastique, résidus de bois, bois usagés ou déchets de bois à problème doivent être valorisés ou éliminés dans des installations prévues et autorisées à cet effet.
2 Les déchets naturels des champs, des vignes, des vergers, des jardins ou des forêts doivent être en priorité valorisés, par exemple sous forme de compost, ou broyés sur place pour restituer leur matière organique aux sols. Ces déchets naturels peuvent aussi être laissés à même le sol, en tas ou andains pour décomposition naturelle, s'ils ne présentent pas de risques phytosanitaires pour les cultures environnantes.
 

Art. 3 Dérogations - Conditions

1 Aucune dérogation ne peut être accordée pour l'incinération de déchets non naturels en plein air.
2 Une dérogation pour les déchets naturels des champs, des vignes, des vergers, des jardins ou des forêts peut être accordée à titre exceptionnel pour des déchets en petites quantités si toutes les conditions légales sont cumulativement remplies, soit:
a) aucune valorisation n'est raisonnablement envisageable (bilan environnemental négatif ou coûts excessifs);
b) les interventions se déroulent en dehors des zones à bâtir et dans des régions peu peuplées;
c) les déchets sont assez secs pour ne pas causer de fumée en brûlant;
d) aucune nuisance n'est provoquée pour le voisinage.
3 Sous réserve des conditions fixées par l'alinéa 2, des dérogations peuvent être accordées en cas d'impossibilité d'accéder avec un véhicule ou un broyeur mobile et d'impossibilité de laisser les matériaux sur place.
4 Des dérogations exceptionnelles peuvent aussi être accordées pour éviter la dissémination d'organismes dangereux pour les cultures ou pour l'environnement, dans les cas concrets suivants:
a) mesures de lutte obligatoires contre les organismes de quarantaine, au sens de l'ordonnance fédérale sur la protection des végétaux;
b) présence d'autres maladies ou ravageurs pouvant être disséminés à travers des manipulations ou stockages inadaptés des déchets naturels, aux conditions complémentaires suivantes:
- une évacuation des plantes ou parties de plantes atteintes n'est raisonnablement pas envisageable;
- la présence d'organismes dangereux doit être constatée par le service cantonal compétent en matière d'agriculture, respectivement de forêt;
- l'incinération est effectuée à une période utile pour freiner la dissémination de l'organisme visé;
c) lutte contre les plantes envahissantes ou des mauvaises herbes présentant un risque de dissémination lors du transport, telles que berces du Caucase ou buddleia.
Une liste des organismes pouvant justifier une incinération sur place est mise à jour périodiquement par les services compétents en matière des forêts et du paysage (liste mise à jour au niveau suisse), ainsi que de l'agriculture.
5 Sont dans tous les cas autorisés sans demande préalable, les feux lors de manifestations, tels que les feux du 1er Août ou les feux de grillades, à condition que soit utilisé du bois naturel ou du charbon de bois.
6 Sont également autorisés les feux servant à des exercices de lutte contre l'incendie par des sapeurs-pompiers, pour autant que soit utilisé exclusivement du bois naturel et sec, en quantité adaptée, qu'il n'en résulte que peu de fumée et que les exercices soient, en principe, effectués sur un sol étanche.
7 Demeurent réservées les exigences de la législation sur la protection contre l'incendie et les éléments naturels.
 

Art. 4 Dérogations - Compétences

1 Toute demande de dérogation expresse doit être faite par écrit (avec indication des motifs de l'opération, du lieu, subsidiairement du n° de parcelle, de la quantité de déchets et de la date probable d'incinération) auprès de l'administration municipale.
2 Le service spécialisé cantonal compétent en matière de protection de l'environnement rendra son préavis à l'autorité communale après consultation, le cas échéant, des services cantonaux dont relèvent l'agriculture et les forêts.
 

Art. 5 Infractions

1 Toutes infractions constatées par les agents des autorités cantonales ou communales seront sanctionnées par l'autorité cantonale compétente.
2 Les communes doivent dénoncer à l'autorité cantonale compétente les cas qu'elles constatent.
 

Art. 6 Entrée en vigueur

Le présent arrêté entre en vigueur dès sa publication dans le Bulletin officiel.

Ainsi adopté en Conseil d'Etat à Sion, le 20 juin 2007.
Le président du Conseil d'Etat: Jean-Jacques Rey-Bellet
Le chancelier d'Etat: Henri v. Roten



Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend bleibt allein der Erlasstext, wie er im Amtsblatt veröffentlicht wurde (Art. 138 Abs. 2 GORBG).

Ceci n'est pas une publication officielle. Seul fait foi le texte légal qui a paru au Bulletin officiel (art. 138 al.2 LOCRP) du Canton du Valais..


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